| Russische Armbanduhren |
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Volmax und Vostok
Die „Erste Moskauer Uhrenfabrik" wurde 1929 gegründet. Sie baute viele Uhren, darunter auch das Modell „Sturmanskie", das Juri Gagarin 1961 auf seiner Reise ins Weltall begleitete. Damals wurde die Fabrik in Moskau umbenannt in „Poljot", was so viel wie „der Flug" heißt. Dann wurde die Firma Volmax als Großhandelsunternehmen gegründet, um Poljot-Uhren auch ins westliche Ausland zu verkaufen. Aber in den 1990er-Jahren wurde immer deutlicher, dass die Poljot-Uhren zwar funktionell sehr gut waren, aber nicht so ganz dem Geschmack und den Anforderungen der Westeuropäer entsprachen. So nahm Volmax eine eigene Uhrenproduktion auf, die bald die Produktion von Poljot überflügelte.
Limitierte Auflagen Von Anfang an unterschieden sich die Volmax-Produkte von anderen Uhren aus sowjetischer oder russischer Produktion. Das Unternehmen hatte weit gesteckte Ziele-. Es wollte nicht nur seine Uhrenmarken verkaufen, sondern auch die negative Einstellung des Auslandes widerlegen. Diese Einstellung wurde leider durch schwarze Exporte minderwertiger Uhren gefördert. Diese Uhren kamen ohne jegliche Qualitätskontrolle in den Verkauf, zum Teil auf Flohmärkten, zum Teil über das Internet. Dem arbeitet Volmax nun kräftig entgegen. Es möchte mit seinen Produkten an die frühere Qualität und Popularität russischer Uhren anknüpfen und qualitativ eine echte Konkurrenz zu Schweizer Herstellern darstellen. Als erster russischer Ohrenfabrikant stellte Volmax limitierte Auflagen her. Die Modelle sind nach historischen Anlässen benannt und werden in Stückzahlen von 55 bis 999 Stück hergestellt. Das Produktionsvolumen bei Volmax ist relativ klein, Priorität hat die Qualität, man orientiert sich an den Standards Schweizer Firmen. Für Volmax arbeiten inzwischen die wohl besten Designer und Konstrukteure Russlands, die zum Großteil von Poljot übernommen wurden. Heute existieren Vertretungen in ganz Europa, in Deutschland ist es Peter Maier in Heidenheim, wo man sich neben dem Verkauf sehr darum bemüht, das Image zu fördern. Mittlerweile wird für Volmax aber auch der heimische Markt interessant, wobei derzeit zwei Tendenzen festzustellen sind: Das Interesse an klassischen Armband uhren wächst und auch die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Uhren ist deutlich stärker geworden.
Chronometer-Genauigkeit Eine andere wichtige Uhren-marke entstand in der Moskauer Uhrenfabrik Slava. Diese wurde im Kriegsjahr 1942 nach Tschistopol verlagert. Damals produzierte das Unternehmen Uhren für den Kriegseinsatz, aber schon im Jahre 1943 wurden auch die ersten zivilen mechanischen Herrenarmbanduhren hergestellt. Das Logo „Vostok" erschien erstmals 1957 auf den Zifferblättern. Vostok-Uhren waren die ersten Armband-Präzisionsuhren in der UdSSR, die im Standard der Ganggenauigkeit eines damaligen Chronometers entsprachen. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen der Branche, die in den 1980er-Jahren die Produktion mechanischer Uhren einstellten und zu Quarz-Uhren übergingen, hat Vostok die Produktion mechanischer Uhren nie vernachlässigt. Mehr noch, das Werk hat damals gezielt und konsequent seinen Maschinenpark daraufhin modernisiert. Als in den 1990er-Jahren die Sowjetunion auseinander brach und die Branche dezentralisiert wurde, darüber hinaus die Preise für Quarz-Uhren auf dem Weltmarkt drastisch absanken, wurde die Herstellung von Quarz-Uhren in allen einheimischen Fabriken eingestellt. Damit befand sich Vostok in einer sehr vorteilhaften Position. Seit dieser Zeit erweitert sich die Firma kontinuierlich. Bei der technischen Ausrüstung und der Produktionskapazität ist Vostok mit 3200 Mitarbeitern der Führer der russischen Branche. Das Werk stellt alle Ohrenkomponenten selbst her, liefert solche auch an andere russische Fabriken — und sogar an renommierte westliche Hersteller, die inzwischen die Qualität der Vostoker Uhrmacher zu schätzen wissen. |
