| Die Kalenderuhr |
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Die Datums-Anzeige
Warum soll eine Uhr, die Stunden anzeigt, nicht auch Tage und Monate angeben können? Die Frage wurde schon vor Jahrhunderten gestellt. Bereits seit dem 18. Jahrhundert gibt es sehr präzise Kalenderuhren. Bei den Armbanduhren dachte man zunächst vor allem nur daran, das Datum des jeweiligen Tages anzuzeigen, und zwar durch einen Zeiger, wie das bei vielen Typen auch heute der Fall ist. Sehr übersichtlich ist eine Datumszahl, die in einem Fensterchen erscheint. Eine Kreisscheibe läuft mit aufgedruckten 31 Ziffern, die alle 24 Stunden um eine Stelle weitergeschaltet wird. Dieses System wurde schon 1931 patentiert. In den 1950er-Jahren wurden solche Uhren üblich. Aber dabei blieb man nicht. Wenn schon das Tagesdatum, warum nicht auch Wochentag und Monat? Omega brachte 1947 eine Uhr heraus, die den Wochentag angab, dazu auch die Mondphase. Diese Anzeige schmückt heute viele Uhren. Eine kleine Schwierigkeit besteht bei den üblichen Uhren mit Datum: Mehrfach im Jahr muss man sie neu einstellen, weil manche Monate nur 30 oder sogar nur 28 Tage haben.
Der „Ewige Kalender"
Da lag die Erfindung eines „Ewigen Kalenders" nahe, der diese Einstellung selbst besorgt. Dieser existiert bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts. Damals wurde ein Mechanismus für einen „Quantläme perpätuel" entwickelt, der die unterschiedliche Länge der Monate mit 28, 30 oder 31 Tagen berücksichtigte. Solche Systeme wurden auch in Armbanduhren eingebaut. Später kam dann noch die Einstellung der Schaltjahre hinzu. Dafür wurde eine Nockenscheibe erfunden, die sich nur ein Mal alle vier Jahre dreht. Das klappt allerdings nur bis zum 28. Februar 2100, weil dann der an sich fällige 29. Februar ausfällt, um die kleine Abweichung des Gregorianischen Kalenders von der echten Sonnenzeit zu korrigieren.
Es dauerte sehr lange, bis man derartig komplizierte Mechanismen in Armbanduhren verwirklichen konnte. Inzwischen aber gelingt es, derart komplexe Räderwerke wie jene des „Ewigen Kalenders" so zu miniaturisieren, dass sie in das Gehäuse einer Armbanduhr passen. Ein moderner „Ewiger Kalender", die „Master Grand Rävell" von Jaeger-LeCoultre, zeigt neben der Uhrzeit das exakte Datum an, Wochentag und Monat sowie das Jahr, dazu die Mondphasen auf beiden Hemisphären. Außerdem funktioniert sie auch noch als läutende oder vibrierende Weckuhr — fast ein technisches Wunderwerk. JägerLeCoultre schreibt dazu: „Der technische Fortschritt allein genügt nicht, es braucht Auge, Hand und Herz außergewöhnlich virtuoser Uhrmacher und Uhrmacherinnen, um solche 'mechanischen Wunderwerke auch zusammenzubauen und zum Leben zu erwecken." |
