| Das Zifferblatt |
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Die Visitenkarte einer Uhr
Das Zifferblatt einer Armbanduhr sagt — so erklären Uhrenfabrikanten — viel über den Charakter einer Uhr aus. Es zeige einerseits, was die Uhr auszusagen vermag, und verleihe ihr andererseits das typische Design. Von der Uhrenfirma Oris stammt das schöne Zitat'. „Wenn das Werk ihr Herz ist, dann ist das Zifferblatt ihr Gesicht."
Der Hinweis auf das Design ist richtig, die Behauptung, das Zifferblatt verrate etwas über Qualität und Vielseitigkeit des Uhrwerks, ist zweifelhaft. Immer wieder gab es Uhren, die, nach den Skalen und Zeigern auf dem Zifferblatt zu urteilen, die reinen Wunderwerke sein mussten. Sie waren es keineswegs, lediglich die Zifferblatt-Gestalter waren sehr kreativ. Das Zifferblatt ist die Visitenkarte jeder Uhr, auf seine optische Gestaltung wird bei guten Firmen viel Phantasie und Mühe verwendet. Dazu gehört großes handwerkliches Geschick beim Emaillieren, Guillochieren und Gravieren. Das etwa um 1720 entwickelte Kunsthandwerk des Guillochierens wurde für den modernen Uhrenbau wieder entdeckt.
Email, Gravur und Guilloche
Man braucht genaue Entwürfe, feinstes Handwerkszeug und höchste Präzision für die Arbeit an solchen Zifferblättern. Viele werden emailliert. Dazu wird zuerst Spezialglas bei über 1000 Grad geschmolzen und dann kalt abgeschreckt. Dabei bilden sich Glaskörner, die man pulverisiert und mit Färbemitteln aus Metalloxiden sowie einer Flüssigkeit mischt. Die gut gereinigte Fläche des Zifferblattes wird nun durch Streichen, Tauchen oder Spritzen gleichmäßig mit der Email-Paste beschichtet. Danach wird das Ganze in Spezialöfen bei 800 Grad Celsius gebrannt.
Dieses Emaillieren geschieht oft in fünf Schichten. Dann wird die Oberfläche von Hand glattgeschliffen. In der Regel fallen 15 bis 20 Arbeit-und Brennvorgänge an. Dabei kommt es wegen der unvermeidlichen Oberflächenspannungen oft zu Defekten, das Zifferblatt muss dann weggeworfen werden. Dies alles macht echte Email-Zifferblätter teuer und die damit ausgestatteten Uhren kostbar.
Häufig wird das Zifferblatt graviert. Man schneidet mit scharfen Instrumenten Schrift, Zeichnungen oder Ornamente ins Metall. Eine aufwändige Arbeit, die viel Kunstverstand und Geschick erfordert. Deshalb ist auch das Gravieren wertvollen Uhren vorbehalten.
Eine besondere, komplizierte Art der Gravur ist das Guillochieren: Man graviert ein dichtes Muster regelmäßiger geometrischer Figuren ins Zifferblatt. |
