| Das mechanische Uhrwerk |
|
|
Die Feder Dreierlei Arten von Uhrwerken gibt es die mechanischen, die elektrischen und die Kombinationen aus beiden. Die mechanischen Uhrwerke funktionieren, indem man eine Feder aufzieht. Sie läuft ab und setzt das Uhrwerk in Bewegung. Damit die Feder nicht ein fach abschnurrt wie bei einem Kinderspielzeug, sondern ihre Kraft langsam und gleichmäßig überträgt, hat man eine mechanische Hemmung eingebaut. Sie sorgt dafür, dass die Energie der Feder nur in vielen kleinen Schüben ins Uhrwerk kommt. Genau berechnete Zahnräder übertragen und vermitteln die Kraft des Uhrwerks an die vie len Stellen, wo sie gebraucht wird-. an die Zeiger für Stunden, Minuten und Sekunden, an die Drehscheiben für die Kalender-Anzeigen, an die Stoppsysteme der Chronographen, an die Anzeige der Mondstellungen und oft noch an viele andere Darstellungen. Dafür sind hunderte von Einzelteilen nötig, die bei Armbanduhren oft mikroskopisch klein sein müssen — und die bei teuren Uhren nach wie vor weitgehend von Hand geschliffen, geglättet und poliert werden. Bei einer mechanischen Armbanduhr kennt man zwei Prinzipien, nach denen die Uhrfeder aufgezogen wird. Das erste, älteste und auch einfachste Prinzip-. der Aufzug von Hand. In der Anfangszeit geschah dies oft mit einem kleinen Schlüssel, nach und nach aber hat sich eine Krone am Rand des Gehäuses durchgesetzt, die man mit Daumen und Zeigefinger drehen kann, um die Uhr aufzuziehen. Zieht man die Krone ein Stückchen heraus, kann man die Zeiger stellen.
Später wurde die Automatik erfunden: Die Bewegung des Handgelenks überträgt sich auf ein System in der Uhr, das die Uhrfeder in kleinen Schüben spannt. Ganz neu ist dieses System nicht. Ein uhrmacherischer Autodidakt namens Abraham Louis Perrelet präsentierte schon 1770 die erste Uhr mit Selbstaufzug. Ein Problem war: Es gab damals ja nur Taschenuhren und die wurden nun ma getragen — ohne ausreichende Bewegung, um ein Werk in Gang zu halten. Das war erst bei Armbanduhren möglich, die ständig genügend bewegt werden. Aber so einfach war es auch bei diesen nicht. Jahrzehntelang verfeinerten Uhrmacher in ganz Europa dieses Prinzip, bekamen Patente, bauten auch Uhren wie 1922 Läon Leroy in Paris oder Harwood 1924 in England. Immer ging es darum, die Schwingungen eines Rotors oder eines Pendels auf eine Uhrfeder zu übertragen —das funktionierte zwar, aber nicht zuverlässig. Bis RolexBoss Hans Wilsdorff 1931 seine „Perpetual" erfand und 1933 patentieren ließ: Sein Prinzip funktioniert bis heute ausgezeichnet. Automatik-Uhren unterscheiden sich äußerlich lediglich geringfügig von Uhren mit einem Handaufzug: Sie sind meist etwas dicker, weil auf dem Boden des Werks der Rotor aus einem schweren Metall aufgesetzt ist, der sich frei um die zentrale Achse drehen muss. Er schwingt jedes edes Mal, wenn das Handgelenk die Stellung d'er Uhr verändert. Rund 150 Umdrehungen des Rotors sind für eine Umdrehung der Federwelle nötig. Einfacher und preiswerter wäre der elektrische Antrieb einer Uhr. Millionen von Bahnhofsuhren in aller Welt zeigen, wie zuverlässig diese Technik (meist) funktioniert. Solche schlichten Systeme könnten auch Armbanduhren antreiben. Allerdings müsste dazu die Stromversorgung gewährleistet sein. Dazu gab es Versuche mit Mini-Batterien. Das Quarz-Werk Als größte Revolution ' der Geschichte der Armbanduhren galten die ersten Uhren mit einem Quarz-Werk.Am 25.12.1969 wurde als erste Uhr mit einem Quarz-Werk das Modell „Astron" der japanischen Ohrenfirma Seiko auf den Markt gebracht. Das eigentlich Revolutionäre an Quarz-Werken ist, dass sie genauer gehen als mechanische Werke, seien diese nun automatisch betrieben oder mit Handaufzug. Und nicht nur das-. Quarz-Uhren sind dadurch auch erheblich billiger. Allerdings brauchen sie elektrischen Strom. Der kommt meist aus einer kleinen Batterie, die alle paar Jahre gewechselt werden muss. Weil viele Uhrmacher ihrer Berufung folgen und Ohrenfreunde für kostbare mechanische Uhren nach wie vor bereit sind zu bezahlen gibt es die komplizierten mechanischen Uhren nach Jahren der Unschlüssigkeit wieder in großen Serien oder als kostbare Einzelstücke. |
