| Das Gehäuse der Armbanduhren |
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Gold, Platin, Stahl
Das Gehäuse einer Armbanduhr ist für manchen Uhrenkäufer wichtiger als das Werk. Die goldene Uhr war schon in der Zeit der Taschenuhren ein Zeichen von Wohlstand. Für Taschen- wie für Armbanduhren hat Gold außerdem den Vorzug, dass es sich relativ leicht bearbeiten lässt. Deshalb werden Uhrengehäuse sehr oft aus Weiß-, Gelb- und Rotgold hergestellt, durchaus auch Chronographen und andere Uhren für Sportler.
Immer wieder werden auch Uhrengehäuse aus Platin hergestellt, diesem seltenen und schweren Edelmetall. Er ist der reinste Werkstoff, den man in der Uhrenfabrikation kennt. Das typische Metall bei Gebrauchsuhren ist aber nach wie vor Stahl. Gehäuse aus Edelstahl sehen gut aus, sind weitgehend korrosionsfest und halten fast ewig. In den letzten Jahren entstanden aus Stahl sogar ausgesprochene Schmuckuhren. Nobelfirmen kombinierten den Stahl mit Gold und besetzten ihn sogar mit Edelsteinen. Das sieht nicht nur apart aus, es ist auch kostspielig: Stahl ist als Brillantenfassung weit schwieriger zu bearbeiten als das erheblich weichere Gold. Allerdings hat der Stahl, den man heute in der Uhrenfabrikation verwendet, auch weit edlere Eigenschaften als etwa die schlichten Stahlträger im Baubetrieb.
Der neue Werkstoff Titan
Ein anderes Metall macht in letzter Zeit beim Uhrenbau von sich reden: Titan, ein chemisches Element, das aus Erzen und Mineralverbindungen gewonnen wird. Die Autofirma Porsche, die nebenbei eine beachtenswerte Uhrenfabrikation aufgebaut hat, formuliert die Vorzüge dieses Metalls so: „Das nach dem ältesten griechischen Göttergeschlecht benannte Metall Titan bietet einzigartige Härte, Zugfestigkeit und Zähigkeit, ist antimagnetisch und korrosionsfrei — und dabei wesentlich leichter als Edelstahl."
Der allerdings nicht sehr billige High-TechWerkstoff Titan wird seit längerem erfolgreich in der Luft- und Raumfahrttechnik wie auch im Sportwagenbau verwendet. Die Uhrenfirma IWC, die schon 1980 einen Chronographen mit Titan-Gehäuse auf den Markt brachte, meint: „In der Luft- und Raumfahrt ist Titan wegen seines Leichtgewichtes beliebt, im Automobilrennsport wegen seiner hohen Belastbarkeit und in der Chirurgie wegen seiner ausgezeichneten Hautverträglichkeit." Lange Zeit hielt die Uhrenbranche nichts von Titan, denn es lässt sich nur schwer bearbeiten. Man braucht Spezialwerkzeuge, die teuer sind und bei der Härte des Metalls schnell verschleißen. Porsche wie auch IWC mussten eigene Anlagen zur Titan-Bearbeitung entwickeln. Anderen Uhrenherstellern, die sich neuerdings immer wieder mit Titan beschäftigen, geht es nicht besser. Hinzu kommt, dass Titan nur sehr schwer gleichmäßig poliert werden kann. |
