| Viel Kraft für nur kurze Zeit |
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Viel Kraft für nur kurze Zeit Ein Uhrwerk ohne Hemmung unterscheidet sich in der Wirkungsweise nicht wesentlich von den heute als Raritäten zu hohen Preisen gehandelten federgetriebenen Spielzeugen, die ja bekanntlich auch alle paar Minuten neu aufgezogen werden müssen. Da Übersetzungen im Verhältnis 1:1 im Uhrwerk (ausser im zeigerwerk in indirekter Form) nicht vorkommen, ändert sich in jedem Eingriff die Drehzahl. Gleichzeitig verringert sich bekanntlich das Drehmoment. Verglichen mit der Kraft, die beim Ankerrad ankommt, ist das von der Zugfeder an das Federhaus abgegebene Drehmoment gewaltig. Auch die auf dem Weg vom Ferderhaus zum Ankerrad auftretende Drehzahländerung ist enorm. Wenn sich das behäbige Federhaus erst einmal gedreht hat, kann das gehetzte Ankerrad schon auf hunderte von Runden zurückblicken. Es kann deshalb durchaus passieren, das ein zarter Ankerradzapfen, insebesondere , wenn der ihn umgebende Ölfilm nicht mehr einwandfrei ist, von der eigenen Geschwindigkeit einfach abgerissen wird, wenn das voll aufgezogene Uhrwerk ungebremst abläuft. Ohne Hemmung, genauer ohne Anker, läuft ein voll aufgezogenes Uhrwerk in kürzester Zeit ab. Bei Kleinuhren dauert dies weniger als eine Minute, bei Großuhren kann darüber schon einmal eine halbe Stunde vergehen. Eine Hemmung dient also einerseits dazu, den unkontrolierten, raschen Ablauf des Räderwerkes zu verhindern (zu hemmen). Andererseits wird die durch das Räderwerk übertragene und dabei stark reduzierte Kraft der Zugfeder umgeformt und auf das Schwingsystem übertragen. |